Transformationen

Beispiel

Transformation als Elementar der Sprachgestaltung


Warum ich so vieles aufschreibe? – Na, weil ich gerne etwas lese. Sollte es zuweilen auch nichts anderes als Schrott gewesen sein, was ich mir da alles aufnotiert habe, so kann ich doch etwas über mich dabei lernen.


Eine Transformation aus den obigen Worten:


Gedicht

Widerstand

Leeres Blatt – klarer Kopf

Finde ich zu Worten, versemmle ich es bloß.

Ich habe es nicht hinbekommen, es sollte wohl nicht so sein.

Da bin ich mit mir noch lange im Unreinen gewesen.

Ich könnte das nicht richten, habe es nicht hingekriegt.

Jedoch mache ich weiter damit, suche für mich nach einem tieferen Sinn.


Da mache ich weiter, könnte bald nicht mehr damit aufhören.

Es stören mich dabei so viele wirre Gedanken.

Die legen mich in Ketten, bilden mir Schranken

ein und machen mich mürbe und müde.

Allein nur selten erlebe ich da Blüte-

zeiten, um für mich besser zu streiten.


Da packe ich es dann endlich an,

wenngleich auch nur für wenige Sekunden lang.

Ich drücke mich aus, die Worte kommen vom Herzen.

Es spürt mich, da sind vielerlei Arten von Schmerzen.

Mir würde es da nicht zum Scherzen zu Mute deswegen sein,

das dringt durch mich, es ist im Blut, eine Pein.


Ich habe es nicht gekonnt und möchte das ändern.

Aber als Dilettant erobere ich gewisslich keine Länder.

Bleibe bei meinem Versuch, ein rechtschaffener Mensch zu sein,

und gerne sehe ich darin einen Sinn, was ich bin.

Da gehe ich in mich und finde mich ein.

Mich durchzuckt es in Mark und Gebein.


Ich einige mich bei mir auf ein paar wenige Gedanken,

setze mir dadurch solch endliche Schranken.

Natürlich werde auch ich einmal vergehen,

sicherlich wird der Wind dann meine Asche verwehen.

So lange ich das kann, würde es mir nicht bange deswegen sein.

Wäre dann alles auch vorbei, fühle ich mich dennoch frei.


Ich gebe nicht bei und werde mich wehren,

auf dass niemand wird meine Dinge verkehren.

Beliebig würde das alles nicht sein. Da gibt es etwas zu richten,

Farbe zu bekennen und sich auf das Gute auszurichten.

Das viele Gefluche wegen der Zeit,

dazu bin ich keineswegs bereit.


Ich bewahre mich vor einer verkehrten Moral.

Das ist so notwendig und bringt etwas ein.

Schlecht und gut ziehen derweil einander an.

Das geht so, da bin ich mit dem Herzen dran.

Darüber denke ich nach, das soll wohl so sein.

Es ist für mich die Wahrheit. Sie liegt mir so nahe.


Wie ich es erkannt habe, so bedeutet es mir was.

Ich laufe auf mein Ende zu und erkunde den Weg

dorthin mit aller mir gegebenen Kraft.

Ich erschaue es, was dabei an mir schafft.

Mit Worten bringe ich solch ein Licht hinein in mein Denken.

Es möchte sich doch endlich mein Schicksal wenden.


Mit den Gedanken ergreife ich da Besitz von mir und meinem Leben.

Das soll gut sein, auch trotz diesem Weben

all der geborgenen Momente und ihrem Vergehen.

Das ist kein Witz und so soll es auch geschrieben stehen.

Da erspüre ich ein Gefühl davon und erinnere es mir dann wieder.

Das wird meine Phantasie sein, sie trotzt bei mir all diesem Auf und Nieder.


Mathias Schneider, in Offenburg am 09.09.2018