Adressierung

Idee

Das Problem der Adressierung von Phänomenen

Die Aufgabe des Menschen in diesem Dasein würde nicht zu erfüllen sein, solange es keine Möglichkeit zur richtigen Adressierung jener Bestandteile der eigenen Gedanken- und Ideenwelt gibt und man deshalb nicht mit den eigenen Gütern bestehen würde.

Wem alles egal ist, dem ist nichts wichtig genug gewesen, um es zurecht zu versuchen, etwas Gutes damit anzufangen. Dann wird er es besser bleiben lassen und aufgeben, was ihm ansonsten zum Besitz gegeben sein wird. Um alles zu verlieren muss man sich es allein nur klarmachen, dass alles unbedeutend ist. Dann wird dieses Dasein zur Nichtigkeit, ein absurdes Kolloquium der Verkennung des Gegebenen findet da im eigenen Bedenken statt. Alles Eigentliche wird so aufgelöst und verharrt in diesem Zustand dauerhaft. Da hat es der Mensch verspielt. Eine Kakophonie der Klänge, ein Mischmasch der Gedanken, Verwirrung der Sinne und Verlust des Zugangs zur Phantasie bestimmen ihn dann. Ein solches Dasein setze ich als den Ausgangspunkt unseres Weges auf der Straße der Menschwerdung an.

Allein nur dort, wo der Mensch die Soheit erfassen kann, wird er das ganze Potential des Gesamten zu eigen haben. Jeder Schritt hin zur Konstruktion des Gegebenen wird diese Macht verkleinern, ihre Substanz binden und den Raum verstellen. Gehen wir das ein, aber lassen wir Bedacht dabei walten. Von der Soheit zur Persönlichkeit würde es nicht allein nur ein weiter Weg sein, dieser soll auch wieder und wieder zu begehen sein. Es soll sich also mal um mal der Kreis aufs Neue schließen und somit dem Weg die Bedeutung der Straße geben. Auf dieser können wir etwas erkunden, uns führen, etwas angehen und partizipieren.

Die Attribute, welche wir da mitbringen, statten uns mit Händen aus, weil wir diese führen und festhalten. Daran bindet sich unsere Kraft, wird aber auch zur Gestalt. Das geschieht durch Eingebung aufgrund gewisser, uns zu eigener Phänomene. Diese sollen und wollen adressiert werden. Möglichkeiten dazu bestehen, sind aber stets begrenzt und endlich. Eine Soheit wird also zur Ursache der Personalisierung und dient ihr durch die Aufgabe des übergroßen Potentials der Möglichkeit. Da stellt sich Ordnung ein, wenn man eine allgemeine Bedingung für gültig anerkennt.

Ordnung aber wird bestimmt, ist gewohnt und stellt jene Basis dar, welche uns ausstattet.

Da wird es jetzt langsam Zeit sein, die Elementare dazwischen aufzuzählen. Dies soll ein erster Schritt zu einem Verständnis der Ausstattung eines Menschen sein. Wer sich als ein solcher aufgemacht hat, selbst einer zu sein, der tut gut daran, die Zusammenhänge dazwischen aufzuzeigen. Dazu kann man diese benennen, bezeichnen und gewahren. Haben wir erst einmal eine erste Skizze davon geschaffen, was uns ausmacht, können wir auch bald etwas dazu darstellen, was uns auszeichnen wird.

Im Gefilde der Soheit werden wir kaum für lange Zeit bestehen. Wir begreifen diese als höher stehende Natur, weil sie über das Höchste verfügt, was uns gegeben sein kann. Alles und Nichts treten da in Unabhängigkeit voneinander auf und bestehen für sich.

Soheit und das Wesen des Menschen würden nicht für lange Zeit gut zusammengehen. Da trennt sich das alles und das nichts, bezieht sich jedoch weiterhin aufeinander. Mehrere spektrale Differentiationen erscheinen da und bilden Strukturen und Räume mit Geist und Erleben aus. Alle Dinge treten auf und bilden Formen aus. Ohne diese zu eigen zu haben, würde es keine Welt als Erscheinung geben. Wir sollen es darum also getrost als gegeben annehmen, dass es viele Zustände und Stufen gibt, welche man erreichen und verlassen kann.

Eine Stasis, ein Verharren auf einer Stufe verursacht einen Verlust bei uns. Erst dann, wenn wir den ganzen Weg gehen und die eigene Haltung verlassen, werden wir ein echtes Ziel erreichen und eine wirkliche Haltung einnehmen, welche zu diesem passend sein wird.

Ohne eine Abwechslung der Haltung gibt es keine Bewegung für uns, ohne die Aufgabe eines Potentials erscheint kein Weg bei uns. Doch das sollen erst der Anfang und das Ende der Sache gewesen sein, für die es aufzuzeigen gilt, was uns als Mensch in diesem Dasein vorgegeben ist.

Haltung, Position, Orientierung sollen da schon einmal drei voneinander unabhängige Eigenschaften der Körperlichkeit eines Menschen sein. Das Innere und das Äußere erscheinen da als mobile Größenordnungen und sind zu einer Wandlung fähig geblieben.

Wandelt aber der Mensch erst einmal von Potential zu Potential, so werden seine Impulse Bedeutung erfahren. Da wird er gestärkt und kann sich ausbilden. Ohne das Wesen einer Ordnung zu erfassen, würde das nicht gut für uns möglich sein. Es wird zu verwerfen sein, dass man das Chaos einer Ordnung vorzieht. Vielerlei Unbilden soll das mit sich bringen, was uns kaum weiterhelfen kann.

Da es aber real ist, dass es nichts geben würde, was dauerhaft hilft, hat der Mensch das Chaos zeitweise anzugehen. Er hat sich auf die eigene Unruhe auszurichten, um seine Motorisierung zu erhalten. Der Dualismus soll kein Prinzip der Zweiheit allein sein, sondern das einer vielfachen Zweiheit, welche sich dazu gut eignet, alles und nichts zu einen, ohne dass diese deswegen ihre gegebene Unabhängigkeit grundsätzlich einbüßen werden. Das soll weder etwas Höheres sein, noch wird es eigentlich unbedeutend sein müssen. Darum kann man wissen, was uns gegeben ist.

Unfertig wird das alles sein und nichts würde da noch zu regeln sein, wenn man das Vorgegebene nicht so belassen würde, wie es wirklich erscheint. Eine Stabilität des Menschen wird also darin zu finden sein, dass er es erträgt, was sein Dasein erfüllt. Nicht alles davon würde ihm gefallen, es wird aber auch wahrhaftig so gegeben sein, dass er sich nicht an dieses Dasein anzubiedern haben würde, allein nur um selbst zu bestehen. Vielmehr wird es seine Kraft sein, welche uns klar wird, weil er dennoch besteht.

Würde das auch alles nichts ausmachen, so wird es doch gewandelt und dem Menschen sind irgendwann die Hände in dieser Hinsicht gebunden. Wer etwas versäumt hat, der verliert diesen Einflussbereich und kann ihn, zeitlich gesehen, kaum wiedererlangen. Da muss man es hinnehmen und zulassen, also an Einsicht hinzugewinnen und es aufgeben.

Wer da aufhört, der würde nicht Unrecht damit haben. Es würde nicht jederzeit so sein, wie wir uns die Dinge denken. Mit jeder erneuten Änderung der Positur gehen andere Zustände einher und schaffen die potentielle Grundlage für Neuartiges. Da kann und wird keiner darüberstehen. Das soll das Joch des Menschen sein. Dieses lässt sich annähernd mit dieser hier gegebenen Betrachtung vergleichen.

Jeder Mensch hat jederzeit alles erneut zu sichten und aufzufassen, wie es wirklich gegeben ist. Das wird das Einzige sein, für was eine gewisse Sicherheit besteht. Da hat man eine ganze Hand voll damit zu tun, um mit einer solchen Gegebenheit klar zu kommen, wie sie durch solch ein Wesen der Dinge bestimmt wird. Wer es sich damit leicht macht, der wird es kaum schaffen, hierbei zu bestehen.

Um in dieser Welt als Mensch zu bestehen, soll es die eigene Aufgabe sein, welche uns Ansehen und Gelegenheit verschafft. Ohne diese wird es keinen Progress von etwas geben. Ohne einen gewissen Progress in diesem Dasein zu verwirklichen, würde es sicherlich nichts anderes als ein Rückschritt sein, was uns da möglich ist. Würden wir uns nicht mit diesem abzufinden wissen, werden wir es niemals erkennen, dass es zulässig ist, in diesem Dasein als Mensch zu versagen. Das System der Welt bleibt derweil nach wie vor eines des Niedergangs. Alles menschliche Wirken kann allein nur ein sich dagegen Auflehnen sein. Was aber, wenn es nicht das Versagen selbst sein würde, kann den Menschen im Grunde fähig dazu machen, um diese Dinge im richtigen Licht zu erkennen?

Angst bräuchte man nicht vor der eigentlichen Unfähigkeit von sich selbst zu haben. Vielmehr soll es der verkehrte Erfolg sein, was uns Menschen wirklich bedroht. In diesem Leben ist der Niedergang weniger bedrohlich gewesen, als es ein in fataler Weise erzieltes Optimum des Perfekten sein wird. Ein solcher Niedergang ist der natürliche Lauf der Dinge und als solchen nimmt man ihn hin. Alles andere wird dagegen etwas Künstliches sein und darum unfruchtbar bleiben müssen.