Adressierung

Gedanke

Die gegenwärtigen Generationen hinterlassen kein Erbe, sondern ein Schicksal, welches sie nie geteilt haben. Sie haben nicht das Unmögliche möglich gemacht, sondern das Mögliche ist wegen ihnen unmöglich geworden.

Idee

Einen Gedanken trägt man an sich. Das bezeichnen wir als die Gegenwärtigkeit des Geistes. Er soll etwas Unmittelbares an uns freisetzen.

Idee

Eine Adressierung der Innenwelt eines Menschen

Die Aufgabe des Menschen im Dasein würde nicht zu erfüllen sein, solange es keine Gelegenheit zur richtigen Adressierung jener Bestandteile seiner Gedanken- und Ideenwelt gibt, wie sie bei ihm vorgekommen sind. Sie machen sein Gutes aus. Alles davon soll wahr sein. So kann er ein aufrichtiges Leben führen.

Wem das etwas bedeutet, was er zu eigen hat, der baut auch darauf, dass er damit bei seinen Mitmenschen ankommt. Da möchte er sich dazu äußern, was er davon bereits verstanden hat, und auch etwas dafür zurückbekommen, von was er etwas lernen kann. Ein solches Dasein, welches von Bereitschaft geprägt ist, setze ich als den Ausgangspunkt unseres Weges auf der Straße der Menschwerdung an.

Allein nur dort, wo der Mensch das Gegebene sich zur Vorgabe machen darf, hat er auch etwas von der Substanz des Ganzen zu eigen. Da würde er nicht mit leeren Händen dastehen müssen. Er setzt das Gegebene für sich ein und erhält somit viele Gelegenheiten, um etwas zu erwirken. Das führt er getreulich aus, weil ihm der Sinn davon eingeschrieben ist.

Dokumentation

Das Gegebene vervollständigen

Die Menschen kennen es allesamt allein nur Ausschnittsweise, was das Leben eines anderen betrifft. So ist das auch bei mir. Wer mit mir die Begebenheiten meines Daseins besprechen möchte, der soll das in einer endlichen Weise tun. Endlich wird aber allein nur dasjenige Gute sein, das auch wirklich vollständig ist.

Getreu einer solchen Regel beschaue ich im Nachhinein die Begebenheiten meines Lebens. Manches hat nicht dazu gepasst und ist darum notgedrungen verkehrt gelaufen. Da sind Irrungen aufgetreten, welche zu eigentlichen Wirrungen geführt haben. Das erscheint so, es ist auch wahr.

Da mir die Ursache dafür nun bekannt ist, kann ich all jene Ereignisse abhaken, welche aufgrund ihrer Unzulänglichkeit zu absurden Wendungen in meinem Dasein geführt haben. Sie haben keine Relevanz mehr, weil sie kein Beispiel für ein ordentliches Dasein ergeben. Das Leid, welches durch sie hervorgerufen worden ist, ist zum Teil sicherlich gravierend gewesen. Dafür habe ich jedoch nichts gekonnt. Allein nur die Tatsache, dass man auf mich Einfluss genommen hat, hat dazu geführt.

Heutzutage könnte ich noch immer nicht alles als vollständige Sache auffassen, habe aber dort meine Grenze wahrzunehmen, wo mir Informationen fehlen. Dann würde ich etwas auch nicht entscheiden können. Ich sehe mich also vor.

Das Gebiet, für das ich sorge, ist dagegen ein Endliches. Es möchte in sich noch Lücken enthalten und auch manche 'schwarzen Flecken' an sich tragen. Jedoch ist es mir vertraut. Ich kenne seine Umrisslinien. In die Tiefe zu gehen hat dann positive Auswirkungen, weil dadurch das bekannte Gebiet aufgearbeitet werden kann. Dadurch hat sich schon manches verbessert.

Um eine Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns bei sich zu verwirklichen, muss man es schon einsehen, dass es etwas mit Sinn überhaupt gibt. Da der 'Sinn' aber das Resultat einer Ausrichtung des Menschen ist, besteht er auch so. Da erscheint er als die Wegrichtung, mit deren Zuhilfenahme wir uns einmal orientiert haben. Halten wir uns auch weiterhin im bekannten Gebiet auf, so kann unser Dasein prosperieren. Allein nur endliche Dinge können abgeschlossen werden.

Dokumentation

Eine kurze Instruktion

Um meine Sache richtig machen zu können, bedarf ich einiger Dinge. Zumeist setze ich mich zum Arbeiten an einen Tisch und habe alles parat, was ich dafür brauche. Das habe ich mir zuvor so eingerichtet. Alles andere kann weg, weil es nicht benötigt sein würde.

Auch die Randbedingungen müssen stimmen. Es soll Ruhe vorherrschen, ohne dass es zu still ist. Das geschäftige Treiben möchte wahrgenommen werden. Man soll sich zum Arbeiten Zeit nehmen.

Eine Regel befolge ich gerne, weil ich mit ihr gute Erfahrungen gemacht habe. Ich befasse mich allein nur mit einer Sache zum gegebenen Moment. So kann ich mich ihr gänzlich widmen. Alles Gerede vom simultanen Abarbeiten verschiedener Dinge hat keinen Docht zu eigen. Ich bräuchte das nicht. Für mich stellt es auch keine erhöhte Leistungsfähigkeit dar.

Die erbrachte Arbeit soll akkurat ausfallen. Gewöhne man sich daran, dass man zuverlässig seine Dienste erfüllt. Stelle man solche Dinge ab, die diesen Sachverhalt gestört haben. Dann hat man es etwas leichter damit, seine Arbeit zu vollbringen.

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Eine künstlich herbeigeführte Situation

Der Mensch würde ohne sein Werk nicht zu verstehen sein. Da wäre er nackt. Nichts würde er so zu eigen haben. Zuweilen setzen sich die Menschen wechselseitig herab und zeigen es auf, welche Blöße sich jemand gegeben hat. Dadurch verschlimmert sich alles.

Solche Situationen können auch künstlich herbeigeführt sein. Da lässt man jemanden auflaufen, weil man ihm eine Auswischen will. Was dadurch gewonnen werden kann, ist jämmerlich. Durch eine Verschlechterung der Lage eines Menschen hat sich gar nichts verbessert.

Ich kreide es manchen Leuten an, dass sie sich auf eine für mich ungünstige Weise verhalten haben. Zumeist hat sich das nicht aufgeklärt, aber es hat sich dennoch auf mein Lebensglück nachteilig ausgewirkt. Da bin ich nicht grün damit gewesen und habe es nicht gut gefunden.

Zusehends habe ich mich stärker darauf festgelegt, ein Werk zu schaffen, damit ich auch über ein solches verfüge. Wer es nicht gesehen hat, der bräuchte auch nichts dazu zu sagen. Wer zu den entscheidenden Momenten meines Lebens nicht zugegen gewesen ist, der ist auch kein Zeuge davon, was da geschehen ist. Da hat er still zu sein, wenn ich davon erzähle.

Allein nur darum, weil die Menschen so klug, stark und schön sind, wie sie erscheinen, haben sie sich trotzdem um nichts verdient gemacht. Jene Äußerlichkeiten sind ein Blendwerk. Jeder Mensch hat Eigenschaften. Solche sind prinzipiell als gleichwertig anzusehen.

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Das Recht auf eine eigene Geschichte

Jeder Mensch hat das Recht, sich so zu verhalten, dass er verstanden wird. Jenes Leben, das er führt, trägt den Charakter einer Geschichte an sich. Im Nachhinein wird sie uns klar sein, zum Moment der Gegenwart tritt sie in Kraft. Da erfährt der Mensch sein Leben und muss damit umgehen, wie es erscheint.

Eine solche eigene Geschichte, wie sie durch unser Leben verkörpert wird, soll es ausmachen, ob wir mit dem Dasein zurechtkommen. Da erhält sie eine hohe Bedeutung für unser eigenes Glück.

Beim Erzählen seiner Geschichte kommt es auf die Ereignisse an. Ihre Abfolge macht etwas klar. Da bringen wir unsere Erlebnisse in die rechte Ordnung und erhalten so eine Gewichtung derselben. Daraus folgern wir unsere Bewertungen. Das wahre Geschehen wird uns dabei klar. Manches können wir so vermitteln.

Von Zeit zu Zeit treffen wir auf jemanden, der uns versteht. Das haben wir nicht von jedem erwartet. Im Gegenteil, es ist wahr, dass wir uns darüber freuen, wenn man uns verstanden hat. Da schließt sich dann der Kreis und wir erfahren das Glück eines lebendigen Moments.

Die eigene Geschichte ist niemals unvollständig gewesen. Sie reicht vom Anfang eines Geschehens bis hin zum Moment der Entscheidung des weiteren Wegs. Zu diesem Moment muss man den nachfolgenden Schritt bestimmen. Darin ist jede Geschichte konsistent.

Natürlich kann auch viel Beliebiges in unserem Leben geschehen sein. Aber das sollen geringwertige Momente sein, die damit einhergehen. Selten ist so etwas von Bedeutung erreicht worden. Merzen wir darum die Beliebigkeiten an unserer Erzählung aus, damit das Ganze seine höhere Ordnung offenbart.

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Eine perfekte Welt

Eine gewöhnliche und auch übliche Form der Selbstvergessenheit bringt es mit sich, dass man glaubt, es wäre alles zurecht so, wie es ist. Dazu passen keine Schwierigkeiten, Probleme werden unterdrückt. Ein solches Spielen mit dem Vorgegebenen betrachte ich als gefährlich.

Eine Wirklichkeit bedarf der Anerkennung. Dazu ist sie gegeben und darum ist es wahr, was sie mit sich bringt. Wer eine Wirklichkeit verleugnet, der begeht einen Fehler. Ein solcher wirkt sich aus. Da tritt der Abweg klar ersichtlich zum Vorschein. Darauf bräuchte man nicht einzugehen.

Die perfekte Welt ist allseits gegeben, aber sie hat manchen Haken. Ein solcher wird gerne verborgen. Da werden die Leute sauer, wenn man das hinterfragt. Es macht ihnen etwas aus, weil sie darin vielleicht einen Nachteil für sich sehen, wenn man am Lack kratzt. Manch einer hält auch eine Selbsttäuschung aufrecht.

Da erscheint die perfekte Welt als perfide Lüge. Von ihr geht so vieles aus, das sich fatal auswirkt. Was gegeben ist, das darf auch angesprochen werden. Dazu ist es egal, was es ausmacht. Eine Wahrheit soll auch zum Vorschein kommen. Schließlich wird sie einmal die Grundlage unserer Entscheidung sein. Da bestimmt sie auch den weiteren Verlauf der Begebenheiten mit. Das berechtigt uns dazu, das Vorgegebene zu hinterfragen. Was wirklich gegeben wäre, das hält auch einer Untersuchung stand.

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Ein Spektrum des Lebens

Wer das Gute kennt, der weiß auch vom Schlechten etwas. Da spricht er es an, wie es ist. Beides wird von gleicher Art sein, das eine davon ist scheinbar besser. Jedoch erscheint an der Welt allein nur das, was auch notwendiger Weise erscheinen soll. Da hat alles seine Berechtigung erhalten.

Ein Spektrum des Lebens wird eines sein, das die Dinge bewertet und gewichtet. Das kann man qualitativ und quantitativ tun. Qualitativ können wir Größenordnungen unterscheiden, während wir quantitativ deren Ausprägung anerkennen. Da wird mit einem Mal alles klar sein, weil man das Kriterium dafür erkennt, wie die Dinge zu bewerten sind.

Das Leben selbst ist freilich als Ereignis zu verstehen. Es geschieht. Manches wirkt sich darauf aus, was wir Leben nennen, manches wird dadurch aber auch freigesetzt und bewirkt. Das macht eine Existenz aus.

Die Existenz als solche ist bar aller Emanationen kaum zu verstehen. Jeder Mensch hat Hände, mit denen er etwas tun möchte. Jeder hat einen Geist, dank dessen er der Begebenheiten gewahr ist, die vorgekommen sind. Eine Anschauung des Menschen, welche das verleugnet hat, würde nicht seiner Lebenswirklichkeit gerecht sein. Da ist alles verquer, was auf einer solchen verkehrten Basis erörtert werden kann.

Allein nur dann, wenn man das Richtige angenommen hat, kann man auch den weiteren Weg bis hin zu einer Schlüssigkeit des Gegebenen vervollständigen. Das wäre das Ergebnis, nach dem wir gesucht haben. Es baut auf einer Erkenntnis des Spektrums eines Lebens auf.